Allgemein Motherhood

Gedanken zum Muttertag – jetzt mal ehrlich

13. Mai 2018

Da sitze ich nun, Mitte 30, 2-fach Mama, ein paar Kilo zu viel auf den Rippen und mit Arbeit überladet. Meine Haut reagiert mal wieder. Ich weiss nicht, ob es die Pollen sind, die neue Waschlotion die ich ausprobiert habe oder der Stress? Den Stress mit den Kindern, die aber eigentlich nur Zeit mir verbrinden wollen; oder der Stress den ich mir selber antue, mit meiner Arbeit auf der Bank, dem Blog und der Idee, den perfekten Haushalt zu haben in dem es jeden Tag frisch zubereitetes, gesundes Essen gibt. Daneben gibt es immer wieder Dinge zu organisiere, sei es die Taufe, den Kindergeburtstag oder einfach nur einen Wochenendtrip. Egal, es muss einfach alles perfekt sein und es muss immer alles unter einen Hut passen.

Am Anfang hat man mich gewarnt, es wird anstrengend werden mit so zwei kleinen Kindern. Schliesslich sind sie „nur“ 23 Monate auseinander.  Ich habe mich also auf das schlimmste gefasst gemacht. Ich habe mich auf das schlimmste eingestellt und herauskam, dass es gar nicht so viel anstrengender ist, ein zweites Kind zu haben. Okay, es gibt Momente, da denke ich mir „Ach, wie entspannt wäre es, wenn ich nur ein Kind hättee“ aber dann kommen wieder Zeiten, in denen die Kinder sich gegenseitig beschäftigen, miteinander spielen und mich gar nicht brauchen.

Die Nächte sind kurz, das stimmt. Leider komme ich jeden Abend viel zu spät ins Bett (der Haushalt, der Blog) und leider gibt es nur wenig Nächte, in denen die Kinder in ihrem Bett durchschlafen.
Mit einem ist halt immer was. Meine Augenringe sind leider nicht von Tiffany und leider hilft die beste Augencreme nix und der Kaffee hilft sowieso schon lange nicht mehr. Das einzige was helfen würde, wäre, wenn ich früher ins Bett gehen würde aber der Stress, unter den man sich selber setzt, lässt es einfach nicht zu.

Der Workload ist einfach zu hoch. Ich werde öfters gefragt, warum ich denn überhaupt noch arbeiten gehe mit zwei kleinen Kinder? Ja, warum eigentlich? Es ist schön sein eigenes Einkommen zu haben, und es ist auch schön raus zu kommen, Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen, sich mal mit Erwachsenen zu unterhalten und auch mal einen warmen Kaffee zu trinken, in einer 5-minütigen Kaffeepause in dem keiner „MAMA“ schreit.

Und warum machst du eigentlich noch den Blog? Natürlich weil er mir Spass macht, weil ich gerne über das Mama-sein schreibe und mich austausche. Weil ich der Meinung bin, dass Themen die mich beschäftigen, auch andere Mamas beschäftigen. Weil ich andere Mamas Impulse geben möchte und weil es mir so viel Spass macht.

Ich sitze in einem Dilemma, weil ich die Nächte nicht mehr für den Blog opfern kann und die Kinder fürs bloggen nur bedingt in Fremdbetreuung geben möchte. Obwohl ich weiss, dass es ihnen dort sehr gut gefällt und sie dort gut aufgehoben sind. Manchmal (besser gesagt oft) wünsche ich mir, dass die Grosseltern in der Nähe wohnen würden. Ich glaube, man fühlt sich besser, wenn die Kinder von Familienmitgliedern betreut werden, die es mit Herz und Liebe tun, die man schon lange kennt. So kommt noch das schlechte Gewissen dazu.
Bis dato haben wir ja noch nicht von Haushalt und Mama-Zeit gesprochen. Mama-Zeit ist rar, und wenn man sich nicht selbst darum kümmert, verkümmert sie wohl ganz. Das habe ich gelernt und das versuche ich mir auch immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. So ein Home-Spa ab und an kann doch schon Wunder bewirken.

Für den Haushalt haben wir einmal wöchentlich eine Haushaltshilfe. Sie macht das gröbste sauber, wie z.B. den Boden nass aufnehmen oder bügelt auch mal die ein oder andere Bluse. Trotzdem ist es bei uns nie aufgeräumt und nie geht die Wäsche aus…

Also macht euch nix draus, wenn es euch auch so geht. Wir sind nicht alleine, wir sitzen alle im gleichen Boot und dürfen es ruhig auch mal zugeben, dass uns manchmal einfach alles zu viel ist und über den Kopf wächst. Den eigentlich wollen wir ja nur, dass uns jemand in Arm nimmt und sagt „Du machst nen super Job“. 

 

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1 Comment

  • Reply Moni 14. Mai 2018 at 23:43

    Liebe Nadine

    Sehr toll geschrieben, merci. Ich will auch schon seit Tagen einen neuen Blogpost schreiben, doch irgendwie fehlt mir gerade die Kraft und die Kreativität. Wahrscheinlich schreibe ich dann in einer anderen Nacht 🙂 Es tut gut zu hören, dass es anderen Müttern auch so geht.
    Liebe Grüsse, Moni
    http://www.unterwegsmitmir.com

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