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Vorstellung MumPreneur: Amorelie Mitgründerin und Mama Lea-Sophie Cramer

12. Oktober 2017

Im Rahmen der Vorstellung der neuen Amorelie Adventskalender (ja, in diesem Jahr gibt es zwei verschiedene, einen Premium und einen Klassik-Kalender), hatte ich Gelegenheit Lea-Sophie Cramer zu interviewen. Lea-Sophie Cramer ist nicht nur Mitgründern vom Amorelie und berufstätige Mama, sondern auch die Lady, die Gespräche über Sex und Sextoys salonfähig gemacht hat. 

Total aufgeregt bin ich also zu diesem Event gegangen. Nicht nur weil das Thema einem die röte ins Gesicht treibt, sondern auch weil der Lebenslauf von Lea-Sophie und Amorelie sehr beeindruckend ist. Ich kann euch versichern, meine Aufregung war total umsonst. Lea-Sophie Cramer ist sehr sympathisch und Amorelie verkörpert alles andere als die schmuddelige Erotikshop Atmosphäre. 

Amorelie Adventskalender classic premium Lea-Sophie Cramer Mumpreneur Gründerin

Nun aber zum Interview: 

Liebe Lea-Sophie erzähl uns doch mal, wie bist du auf die Idee gekommen Amorelie zu gründen?

Amarolie wurde vor 4,5 Jahre gegründet. Damals, im Jahr 2012, kam das Buch 50 Shades of Grey raus und war in aller Munde. Auf der Bahnfahrt von München nach Berlin hab ich keinen Platz bekommen und bin durch den Zug gelaufen. Dabei hab ich total viele Frauen, und auch ein paar Männer, gesehen, die das Buch gelesen habe. Ich fand es sehr spannend, dass sie öffentlich so ein Sexroman lesen. Das wolle ich genauer wissen und bin zu den Leuten hingegangen und hab nachgefragt. Es schien, als ob dieses Buch es akzeptabel macht, einen Erotikroman in der Öffentlichkeit zu lesen und massentauglich ist. 

Amorelie und 50 Shades of Grey

Kurz darauf hab ich einen Freund und Amorelie Mitgründer getroffen und ihm von meiner Bahnfahrt erzählt. Daraufhin hat er mir erzählt, dass er ein Möbel Start-Up kennt, welches, statt Möbel, am meisten Designvibratoren verkauft. Ich dachte mir, da muss man doch was machen. Die Zahlen von traditionellen Sexshops sind im Keller, gleichzeitig ist dieses Buch ein riesen Hype und ein Design Möbel Start-Up verkauft am meisten Designvibratoren. Das heisst doch, das Thema ist ist für viele spannend. 

Niemand geht in Sexshop

Also haben wir uns in unsrem Freundeskreis umgehört. Natürlich hatte niemand ein Produkt und und niemand geht in Sexshop. Tatsächlich war ein eine ziemlich schlimme Erfahrung durch die Shops zu stöbern und sich diese anzuschauen. Dann haben wir uns gedacht, eigentlich müssten wir das selber machen. 
Daraufhin haben wir bei Investoren nach Geld gefragt und bekommen und haben damit haben wir gestartet.

Produziert ihr eure Ware selbst oder kaum ihr sie „nur“ ein?

Seit zwei Jahren haben wir unsere eigene Produkte. Der Grossteil ist jedoch zugekauft und damit  haben wir auch angefangen. Mittlerweile wissen wir aber so viel über unsere Produkte und Kunden; wo die Fehler liegen, was wir ändern müssen damit das Produkt ankommt, etc.. So haben wir beschossen unsere eigenen Produkte zu produzieren. Mittlerweile haben wir drei eigene Marken, die etwas grösser sind. Wie z.B.unsere Luxusmarke Viu. Wir haben ein Designteam von 7 Leute in Berlin, die gelernte Produkdesigner sind, und die Produkte entwickeln. Danach geben wir die Produkte an unsere 400 Beraterinnen in Deutschland, Österreich und Schweiz. Sie machen die Amorelie Partries und sind totale Produktexperten. Sie bekommen die Produkte zum testen und teilen uns mit, wie der Kunde sie findet und was die Kunden wollen.

Hoher Qualitätsstandard

Danach geht es zu den Ingenieren und anschliessend werden die Produkt in China produziert, wie es die ganze Branche macht. Dort haben wir unsere Qualitätsstandards festgelegt, welche höher sind, als die, die man sonst aus der Branche kennt. Unsere Qualitätsstandards sind so hoch wie die Standard für ein Kinderprodukt. 

War es dir zu Anfang peinlich über Sextoys und solche Themen zu sprechen?

Ja, total! Am Anfang bin ich jedes Mal total rot angelaufen wenn ich Anal-Irgendwas sagen musste. Mittlerweile kann ich alles sagen. Wir haben auch festgestellt, dass es Männer und Frauen viel einfach fällt, mit Frauen über solche Themen zu sprechen als mit Männer. 

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Wie sieht ein normaler Arbeitstag für dich aus?

Zuhause haben wir ein etwas ungewöhnliches Modell, da mein Partner Berater ist und unfassbar viel reisen muss. Daher haben wir ein kolumbianisches Au-Pair welche bei uns lebt und welche uns ganz viel hilft und Zeiten abdeckt an denen wir nicht können. 

In der Regel ist es so, dass wir gegen 7:00 Uhr aufstehen, dann haben wir ca. 1-1.5  Stunden zusammen bevor unser Kleiner von der Au-Pair in die Kita gebracht wird und ich zur Arbeit gehe. Um 17:00 Uhr wir er von der Au-Pair wieder abgeholt. Gegen 18:30 Uhr komme ich von der Arbeit und  kann bis 20.30 Uhr Zeit mit ihm verbringen. Dadurch haben wir pro Tag 3 Stunden miteinander. Wenn der Kleine im Bett ist, setze ich mich nochmal an den PC und arbeite nochmal was bis 22:00 – 23:00 Uhr. 

Komplexes Organisationssystem

Reisen tu ich schon noch relativ viel. Jedoch versuche ich, so wie heute, am morgen hinzureisen und am Abend wieder zurück, so dass ich dich Nächte nicht mehr weg bin. Früher hätte ich gesagt, hänge mir doch noch drei Termine rein wenn wir schon mal da sind, etc. 

Ab und zu kommt es dennoch vor, dass ich mal eine Woche nach London oder so muss. Wir schauen dann, dass mein Partner da sein kann, das Au-Pair und meine Eltern. So funktioniert es eigentlich ganz gut. Wir haben aber schon ein relativ komplexes Organisationssystem zu Hause damit wir Beide die Jobs so machen können wie wir es tun. 

Das Kind muss es mitmachen

Natürlich muss man auf das Kind achten, und schauen wie es mitmacht. Unser Sohn ist das Modell gewöhnt und hat seine 7 – 8 Personen die ständig um ihn rum sind, sein engster Kern sind und die er liebt. Er macht das super mit und ich hab nicht das Gefühl, dass er unfassbar klammernd ist, wenn ich komme. Manchmal, wenn ich merke, es wird mir zuviel, nehme ich mir einfach mal einen halben Tag frei und mach was mit ihm. Gerade wenn wir viel Reisen, mach ich das öfters. 

So funktionier es super gut bei uns, aber klar, dass Kind muss es mitmachen und es ist auch alles eine Gewöhnungsphase. Er kennt es einfach so und dadurch ist es für ihn Normalität. 

Ist die Arbeit für dich mehr Arbeit oder Hobby?

Eigentlich ist es schon ein Hobby für mich. Arbeit war für mich eigentlich nie negativ behaftet. Ich arbeite total gerne und Arbeit ist für mich eine Life-Balance und gehört zu einem der Stränge die ich total Liebe. Arbeit ist für mich eine grosse Glückseligkeit! 

Wie lange bist du nach der Geburt deines ersten Kindes zu Hause geblieben bzw. wie hast du die Stillzeit gehandhabt? Und wie wirst du das mit dem zweiten Kind machen?

Nach dem ersten Kind war ich ganze drei Monate zu Hause. Dieses Mal bleibe ich wohl einen ticken weniger lange zu Hause. Nach den ersten drei Monaten hab ich den Grossen mit ins Büro genommen und aus einem Meetingzimmer ein komplettes zweites Kinderzimmer eingerichtet. Das hab ich jetzt auch schon wieder für die Kleine fertig gemacht. Ab Monat zwei, drei oder wie es halt gut passt, werde ich sie und das Au-Pair mit ins Büro nehmen. 

Beim Ersten haben wir es so gemacht, dass wir in das Meetingzimmer ein Paravent gestellt haben. Wenn ich ein Meeting hatte und stillen musste, bin ich hinter den Paravent gegangen. So konnte ich immer alles mithören und auch mal was vor rufen. Das haben wir beim Grossen die ersten 10 Monate gemacht und das planen wir jetzt auch wieder so. Das hat eigentlich ganz gut geklappt bei uns. 

Machst du für deinen persönlich Ausgleich um mal runter zu fahren?

Ja, ich hab ein altes Boot von meinen Eltern übernommen. Im Sommer machen wir das noch relativ viel. Wir gehen segeln oder halt was auf dem Wasser. Ich finde eh, dass Wasser totale Ruhe ausstrahlt.
Und, mein Partner und ich machen spätestens alle zwei Wochen an einem Abend was zu zweit. Wir wohnen mitten in der Stadt und haben eine Babyphone App. Diese machen wir dann an und gehen runter vor die Tür in ein Restaurant. Dadurch sind wir in maximal 3 Minuten bei ihm. Ich finde es super wichtig, dass man sich Zeit zu zweit nimmt und sich nicht nur über Abstimmungsthemen unterhält.  

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Welche Tipps kannst du an andere Mamis weitergeben die sich selbständig machen möchten? 

Ich glaub, du musst dir am Anfang bewusst machen, was du willst und wieviel du bereit bist dafür aufzugeben.
Weil, es ist ein Trugschluss zu denken, dass man alles haben kann. Das kann man halt nicht. Meine Mutter sagt auch „Mensch Lea, es wäre doch schön, wenn du noch mehr da sein könntest… „.

Ich glaube ja total daran, dass wenn die Eltern glücklich sind, sind auch die Kinder glücklich

Man muss sich einfach bewusst sein, was einen glücklich macht.
Das muss man dann in Einklang bringen, da du dich als Person nicht völlig verbiegen kannst. Ich zum Beispiel wäre todünglücklich wenn ich Hausfrau wäre, für andere ist das vielleicht das grösste Glück.
Da muss jeder mal ehrlich in sich hineingucken und sagen, was will ich eigentlich für ein Lebensmodell und wie viel Risiko will ich eingehen. Selbständigkeit bring nämlich ein unfassbar grosses Risiko mit sich. Selbst die Erfolgsgeschichten sind unfassbares Risiko. Ich glaub das ist was, was man sich einmal richtig bewusst machen muss und dann ist es wichtig zu wissen, dass man nicht aufhören soll, bevor man nicht wirklich muss. Zum Beispiel will ich vielleicht in 3 Jahre Kinder und deshalb mach ich mich erst gar nicht selbständig, denn ich könnte ja in 3 Jahren ausfallen. Das ist erst Mal völlig egal. Man soll erst mal Versuchen soweit zu kommen, wie man kommt, denn Kinder kommen ja immer zu einen Zeitpunkt wo es gerade nicht passt.

Emotionen mitträgt

Wenn man bis dahin Erfolgreich ist, ja super, dann holt man sich eine Unterstützung für die Zeit. Und wenn nicht, muss man sich wieder was neues überlegen oder es kommen einem anderen Ideen. Und Punkt drei, man muss echt mit seinem Partner darüber sprechen oder einen Partner finden, der das mitträgt. Selbständigkeit ist nämlich kein alleiniges unterfangen, sondern du bist so abhängig davon, dass dir zu Hause jemand emotional den Rücken stärkt. Jetzt mal gar nicht den Rücken frei hält was Haushalt und Kinder betrifft, sondern mit dir die Höhen und Tiefen emotional mitträgt, und auch das gewählte Lebensmodell. 

Das passende Setup schaffen

Ich finde es sehr schade Frauen zu sehen, die sehr gut ausgebildet sind und auch gerne wieder Arbeiten wollen und ihre Anerkennung daraus bekommen und ziehen wollen, aber das Setup und das ganze Modell so schwierig ist und es nicht schaffen da wieder reinzukommen und im Endeffekt zu Hause bleiben, obwohl es nicht ihr Wunsch ist. Wenn es ihr Wunsch ist, super! Aber wenn nicht, dann muss man an alle Ecken und Enden daran arbeiten um das zu schaffen. Da hat man auch einer Verpflichtung für sein eigenes Leben. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass ich irgendwann mal ein Sabbatical einlege und ein halbes Jahr ne Weltreise mache oder so. Aber dann, wenn das zu uns passt und funktioniert. 

Und, es ist alles Möglich. Man muss sich einfach bewusst sein was man will und das entsprechende Setup dazu schaffen. Ein Risiko bleibt aber immer.  

Danke

Liebe Lea-Sophie, herzlichen Dank für das nette Interview und dass du dir dafür die Zeit genommen hast. Ich bin schon sehr gespannt auf den 1. Dezember und wünsch dir und deiner Familie alles Gute. 

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Bilder: ©Amorelie und ©Concept

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